Jeder Mann, der gerne einmal einen Rock anziehen möchte, steht vor dem Problem: woher nehmen? Einen Rock von der Partnerin,
Schwester oder Mutter ausleihen sollte kein Problem sein. Jedoch was ist, wenn die Größe nicht stimmt oder eben doch kein weibliches Wesen
in der Nähe ist. Dann heißt es: in ein Geschäft gehen und einen Rock kaufen. Alternativ dazu stehen natürlich auch die verschiedenen
Versandhäuser zur Verfügung, denen man nicht passende Teile normalerweise zurück senden kann. Jedoch ist hierbei zu beachten, dass viele
Unternehmen das nicht gerne sehen, obwohl es das Recht eines jeden Kunde ist. Was ist also zu tun?
Ich empfehle generell, Röcke in einem Fachgeschäft oder einer Fachabteilung anzuprobieren. Die Größenunterschiede sind teilweise gewaltig. Da
kann die Größe 42 genauso weit oder eng sein, wie die Größe 46. Hinzu kommt, dass man auch gleich die Wirkung im Spiegel kontrollieren kann.
Wie fällt der Rock, wie sieht er aus, steht er mir überhaupt oder nehme ich doch lieber das andere Modell.
Es mag zwar noch wesentlich mehr Überwindung kosten, als wenn man 'nur' eine Feinstrumpfhose kauft, aber das Erlebnis als solches ist auch
noch viel interessanter. Interessanter auch in der Hinsicht, dass in vielen Geschäften die Ankleide-Kabinen nach Abteilungen getrennt sind.
Und wenn hier nur Frauen herum laufen, dann fällt das natürlich schon auf. Also heißt die Devise: selbstbewusst zur Umkleide gehen, als wäre
es das normalste auf der Welt. Tuscheln wird nicht zu vermeiden sein, aber evtl. auch ein paar bewundernde Blicke.
Um zumindest schon einmal eine Vorauswahl der Größe zu bekommen: die Herrengröße 48-50 entspricht ungefähr der Damengröße 42-44.
Am 16.8.06 hatte ich eine ganz besonders tolle Erfahrung machen können. Ich ging in ein etwas größeres Bekleidungsgeschäft in
Schwenningen und wurde nach meinem Wunsch gefragt. Ich antwortete: 'Ich suche einen Rock. - Herrenröcke gibt es ja sicher keine, also einen
Damenrock'. Gut, die hübsche, junge Dame (im Minirock, Feinstrumpfhose und Stiefel) ging los und zeigte mir verschiedene Modelle. Ich sollte
nur auch mal zwei oder drei anziehen, damit sie mir die richtige Größe zeigen kann.
Also nahm ich vier schwarze Röcke mit in die Kabine und probierte sie an. Der vierte passte endlich ganz gut. Ich verließ die Kabine (in
Rock, schwarzen Halterlosen und 'plumpen' Schuhen). 'Der passt doch prima', sagte sie 'soll ich noch mehr holen?'. Gesagt getan. Sie brachte
bestimmt noch weitere sechs Röcke an. Sie hatte im laufe der Zeit insgesamt fünf Röcke an mir gesehen (im weiteren Verlauf ohne Schuhe, aber
mit meinen schwarzen 15 Den Halterlosen von Elledue).
Interessant war ja auch, dass mir gar nichts anderes übrig blieb, als die Kabine zu verlassen. Es gab drinnen keinen Spiegel. Wie sollte ich
mich also selbst und die Wirkung des Rockes begutachten? Somit stellte sich erst gar nicht die Frage, ob ich mich der Verkäuferin so zeigen
oder lieber kneifen sollte. Ich entschied mich für die kleine Modenschau, die insgesamt ca. 30-45 (kurze) Minuten dauerte. Leider war sie
nach meiner Auswahl schnell zur Kasse geeilt und war weg. Somit blieb keine Gelegenheit für eine weitere Unterhaltung, sie hatte Mittagspause.
Es war jedenfalls schon toll, wie zuvorkommend und nett ich von dieser jungen Frau bedient wurde. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl,
etwas komisches oder unnatürliches hier zu veranstalten oder dass es der Verkäuferin unangenehm gewesen wäre. Nein - hier muss ich dem
Service in diesem Geschäft ein großes Lob aussprechen - besser geht es nicht.
Einen Tag später ging ich in ein anderes Geschäft und kaufte mir einen weiteren Rock. Natürlich habe ich auch diesen (von insgesamt vier)
vorher anprobiert. Hier war allerdings weit und breit keine Verkäuferin in der Nähe. Im Geschäft ja, aber die trauten sich wohl nicht zu
fragen, was ich am Rock-Ständer suche, auch nicht auf dem Weg zur Umkleidekabine.
Animiert von dem tollen Erlebnis bin ich am 19.8. nochmal in das erste Geschäft gegangen. Diesmal hatte mich eine andere
Verkäuferin bedient. Zuerst kam die Frage, für welche Dame der Rock sein soll. 'Der ist für mich selbst'. Sie stutzte kurz, fasse mich am
Arm an (!) und los ging es. Sie war mit einem wahnsinnigen Ehrgeiz bei der Sache. Ich hatte mir schon vorher zwei Röcke zur Seite gehängt,
sie nahm noch ein paar mehr und ging mit mir zur Kabine. 'Probieren sie die ruhig alle an', sagte sie. Los ging es - ich hatte im laufe der
Zeit bestimmt 10-15 verschiedene Röcke anprobiert (ich hatte irgendwann den Überblick verloren). Jeden Rock hat sie an mir gesehen. Und weil
es in der Kabine zu eng war, ließ ich den Vorhang halb offen. Somit kam sie auch direkt zu mir, um weniger gute Röcke zu holen und neue zu
bringen.
Wir steigerten uns immer mehr hinein, so dass ich teilweise die Röcke draußen gewechselt hatte, weil sie wieder einen weiteren hübschen Rock
entdeckt hatte und es ihr nicht schnell genug gehen konnte (so hatte ich zumindest den Eindruck). Da sie sogar mit der Idee kam, man könnte
einen Rock auch ändern lassen, hatte sie natürlich auch direkten Kontakt zu meinen feinbestrumpften Beinen, als sie den Rocksaum höher halten
wollte. D.h. sie berührte meine Feinstrumpfhose. Es war jedenfalls noch wesentlich besser, als beim ersten Mal. Zwischendurch sagte sie noch,
'der Rock sieht so toll an ihnen aus, da fehlen nur noch feine Schuhe'.
So ziemlich zum Schluss kam sie noch mit einem traumhaft weichen Minirock an. Das war allerdings ein Fehler. Ich hatte mich gleich in das
Teil verliebt, so dass ich alle anderen 'fallen' ließ. Leider war er eine Nummer zu klein. Somit stand mein Entschluss aber fest: den bzw.
so einen kaufe ich mir, wenn im Frühjahr neue Modelle kommen - den muss ich haben, auch wenn er nicht gerade billig war (55 Euro).
Nach einer knappen Stunde fragte ich sie, ob schon einmal ein Mann zum Rockkauf gekommen sei. Nein, ich war der Erste. Vielleicht war sie
auch deshalb mit einem derartigen Elan bei der Sache - einfach beeindruckend.
Jedenfalls kann ich jetzt vier schwarze Röcke in 42, 52, 69 und 86 cm Länge mein eigen nennen. Die beiden kurzen Röcke hatte ich nur wegen dem
Preis genommen - fünf Euro (von 20 herunter gesetzt), das tut nicht weh, auch wenn sie nicht perfekt sitzen. Deshalb werde ich sie im Frühjahr
austauschen, sobald neue Modelle in großer Auswahl verfügbar sind - ich weiß ja dann, wo ich hingehen muss. Die beiden langen Röcke passen
traumhaft gut, wie für mich gemacht ... und bei der Gelegenheit kamen am selben Tag noch bequeme 4 cm Pumps dazu ...
Aufgrund der geschilderten Erlebnisse, die genau so abgelaufen sind, und auch anhand der vielen anderen Male, bei denen ich (Damen-)
Röcke oder Hosen in einem Geschäft anprobiert habe, kann ich nur jedem empfehlen, dies ebenfalls zu tun. Nur in einem Geschäft gibt es die Beratung,
Auswahl und sozusagen die Griffmuster. Nur hier kann man Unterschiede sofort feststellen. Und - es stört wirklich niemanden. Wenn man wirklich einmal
auf eine verklemmte Verkäuferin treffen sollte, so gibt es genug andere Geschäfte, die unser Geld gerne nehmen.
Und erst dann, wenn man eine gewisse Erfahrung gesammelt hat, sieht man auch, worauf man bei Online-Bestellungen achten sollte. Und dann spricht
auch nichts dagegen, ein neues Teil zu bestellen. Vor einem Fehlkauf ist aber dennoch niemand sicher.
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Es gibt zwar viele Möglichkeiten, per Katalog, in einem Online-Shop usw. zu kaufen, aber natürlich stets ohne Beratung. Dieses geschilderte Erlebnis gibt es dabei natürlich nicht. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die bestellte Größe nicht passt oder der Stoff sich nicht gut anfühlt. Wen das nicht stört, der kann in einem Shop natürlich noch wesentlich mehr aussuchen. Denn das Modell, das einem im Shop sehr gut gefällt, wird in einem Geschäft wahrscheinlich nicht zu finden sein. Zum Glück gibt es bei Bestellungen im Internet oder per Katalog das 14tägige Rückgaberecht. Jedoch besonders fair ist das dem Shop gegenüber auch nicht unbedingt. Jedoch was will man sonst machen, wenn ein Teil nicht passt. Als Alternative könnte man zwei identische Modelle in zwei Größen bestellen. Dann ist dem Shop von vorn herein klar, dass ein Modell zurück gegeben, das andere aber gekauft wird. Ein entsprechender Hinweis bei der Bestellung hilft sicherlich auch. |
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Stand: 25. Mai 2011
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