Eine Laufmasche entsteht fast ausschließlich nur bei gestrickten und nicht bei gewebten Stoffen. Im Prinzip wird ein Strumpf nur aus einem Faden gestrickt. Die Maschen der ersten Reihe werden von den Maschen der zweiten Reihe gehalten usw.
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Reißt nun der Faden einer einzelnen Masche, dann 'fällt' die Masche, die von dem Faden gehalten wurde 'herunter'. Dadurch kann die darunter liegende Masche auch nicht mehr gehalten werden, auch diese fällt - es entsteht eine Kettenreaktion. Diese 'läuft' dem Strumpf entlang, bis die Haltekraft der Maschen größer ist, als die Dehnungskraft, die die Maschen auseinander zieht. Es entsteht also eine Laufmasche. |
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Wenn man nur einen einzelnen Faden (eine Masche) zerreißt, dann läuft diese auch nur in einer Richtung. Meist sind es aber
mehrere nebeneinander liegende Maschen, die zerstört werden. Somit kann ein Strumpf mehrere Laufmaschen in beiden Richtungen bekommen.
Das Problem bei den Laufmaschen ist also die Dehnung der Maschen. Je mehr die Maschen gedehnt sind, umso schneller und leichter laufen die
Maschen. Dies gilt für die Längs- und die Querrichtung.
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Eine Laufmasche bedeutet normalerweise den 'Tod' einer Strumpfhose, d.h. sie wird entsorgt. Bei kleineren Laufmaschen
kann man die Strumpfhose noch unter einer langen Hose tragen, denn dort stört sie (optisch) nicht. Bei einer größeren Laufmasche ist dies
jedoch nicht mehr sinnvoll, weil sie auch das Tragegefühl stört. |
Einen gewissen Laufmaschenschutz gibt es aber dennoch. Durch eine entsprechende Stricktechnik werden Maschen z.B. nicht mit
der nächsten, sondern mit der übernächsten Maschenreihe verstrickt. Reißt eine Masche bzw. ein Faden, dann kann die nächste darunter liegende
Masche nicht abfallen, weil sie von der darüber liegenden Masche gehalten wird. Es entsteht zwar ein kleines Loch bzw. ein gerissener Faden,
eine größere Laufmasche wird aber meist verhindert.
Diese Maschensicherung findet vor allem an den Fußspitzen und am Höschenteil seine Anwendung. Selbst zwischen verstärktem Höschenteil und
Beinteil ist meist noch ein weiterer Laufmaschenschutz vorhanden.
Aber: trotz der speziellen Stricktechnik können auch in diesen Bereichen Laufmaschen entstehen. Eine laufmaschensichere Strumpfhose wird es
daher nicht so ohne weiteres geben. Im Beinteil wird aus Gründen der Transparenz des Maschenbildes und des erhöhten Aufwandes, auf eine
spezielle Stricktechnik normalerweise verzichtet.
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Im Jahre 2010 war es aber dann doch endlich soweit: KUNERT hat mit der Chinchillan eine scheinbar laufmaschensichere Feinstrumpfhose auf den Markt gebracht. Sicherlich ein Produkt, auf das viele Frauen und Männer gewartet haben. Ganz vereinzelt wurde sogar im Fernsehen hierfür ein Werbespot gezeigt. |
Feine Strumpfwaren sind zwar keine 'rohen Eier', aber dennoch sehr empfindliche Gestricke. Aus diesem Grund sollte man sie
sorgsam behandeln, damit man auch lange Freude an ihnen hat. Ungepflegte Hände und Füße zerstören eine Strumpfhose eventuell schon beim ersten
Anziehen.
Eine gute Nagelpflege ist daher der erste Ansatz. Zur Grundausstattung eines Nagelpflegesets gehört eine kleine Nagelschere, eine Saphir- oder
Glasfeile, eine Hautschere, eine Pinzette und ein kleiner Seitenschneider (z.B. Elektronik-Zubehör).
Finger- und Fußnägel sollten stets sauber gefeilt und die Ecken abgerundet sein. Kleine Hauthäkchen entfernt man mit der Hautschere oder mit
einem Seitenschneider, den man auch als Rechtshänder gut mit links bedienen kann. Für die Hornhaut
an den Füßen empfehlen sich warme Bäder, bei denen man die aufgeweichte Hornhaut abrubbeln kann. Kleinere abstehende Hautstückchen können
mit einer feinen Pinzette ganz leicht abgezupft werden. Hinterher wird die Haut mit einer Körperlotion oder -milch eingecremt.
Festere Hauthäkchen muss man evtl. sogar täglich entfernen. Es kommt eben darauf an, was und wieviel man mit den Händen arbeiten muss.
Notfalls hilft auch ein Besuch in einem Nagelstudio, um einmal gezeigt zu bekommen, wie man seine Fingernägel richtig zu bearbeiten hat. Und
wer möchte, kann sich die Nägel auch gleich noch lackieren lassen. Eine regelmäßige Maniküre ist also
kein Luxus, sondern eine Selbstverständlichkeit.
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Fadenzieher sind die Vorstufe zur Laufmasche. Wenn man an einer Strumpfhose hängen bleibt, entsteht zum Glück nicht immer
gleich eine Laufmasche. Oft werden lediglich einzelne Maschen zusammen gezogen oder gedehnt. Im Allgemeinen passiert dies beim An- oder
Ausziehen oder auch bei der Wäsche. |
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Auf dem oberen Bild hat sich ein Faden gezogen, d.h. eine Masche ist als lange Schlaufe aus dem Gestrick heraus gezogen
worden. Zwei Maschenreihen wurden zusammen gezogen. |
Diese und weitere Verletzungen der Maschen sind bei dunklen Strumpfhosen natürlich viel leichter sichtbar, als bei helleren. Eine dunkle Strumpfhose kann man evtl. nur eine Woche anziehen, bevor sich zu viele Störungen angesammelt haben. Hellere Modelle dagegen mehrere Wochen, stets vorausgesetzt, es bildet sich keine Laufmasche.
... kann man natürlich nicht, aber man kann dafür sorgen, dass sie möglichst selten vorkommen. Gute Merkmale sind z.B.:
Eine Laufmasche wird sich normalerweise nur am Bein bilden können, d.h. nur wenn die Maschen gedehnt sind. Für eine einwandfreie Optik und einen faltenfreien Sitz sollten (früher zumindest) stets alle Maschen gedehnt sein. Dermaßen gedehnte Maschen stehen dann aber auch ständig unter mechanischer Spannung. Reißt nun ein einzelner Faden (eine Masche), dann läuft die Masche so lange, bis sie keiner mechanischen Spannung mehr unterliegt (siehe weiter unten). Folgerichtig kann man das Laufmaschenrisiko verkleinern, indem man die nächste Größe wählt. Aus einer möglichen Laufmasche wird dann evtl. 'nur' ein gezogener Faden.
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Für eine gute Passform und verbesserte Dehnbarkeit sorgt Elastan. Zusätzlich ist meist die Oberfläche der Strumpfhose glatter, d.h. es gibt
weniger Angriffsfläche für die Haken. |
Sollten sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kleine Fäden gezogen haben, bei schwarzen Strumpfhosen fallen diese besonders
auf, dann kann man sie evtl. ganz vorsichtig wieder auseinanderziehen. Aber Vorsicht: zieht man zuviel, dann entsteht erst recht ein Loch.
Bei größeren Schäden hilft dann nur noch transparenter Nagellack weiter, den man auf die beschädigte Stelle aufträgt. Dies verhindert zumindest,
dass sich eine Laufmasche an der Stelle bilden kann. Man sollte also immer ein Fläschchen zu Hause haben.
Hat sich erst einmal eine Laufmasche gebildet, dann kann deren Ausbreitung ebenfalls mit Nagellack gestoppt werden. Ist die Laufmasche nur
klein und nicht störend, dann kann die Strumpfhose auch ohne weiteres noch unter einer langen Hose getragen werden. Auf dem Bild ganz oben
kann man sehen, wie der Lack die Ausbreitung zumindest in einer Richtung stoppen konnte (auch wenn die Aktion letzten Endes schief ging).
Notfalls kann man den farblosen Nagellack aber auch seiner eigentlichen Bestimmung zuführen. Gepflegte, transparent lackierte Nägel sehen normalerweise sehr elegant aus ... Auch Männer sollten sich nicht scheuen, diesbezüglich ein wenig zu unternehmen. Denn dies wäre der erste Schritt in Richtung gepflegte Füße.
Als ein besonders aggressiver Strumpfkiller hat sich bei mir der Klettverschluß an meinen Sandalen erwiesen. Einmal kurz nicht aufgepasst, und schon sind mehrere Fäden gezogen.
Ein weiteres Problem tritt immer wieder auf, wenn man sich hinhockt. In diesem Fall wird die Strumpfhose zwischen den Ober-
und Unterschenkeln zusammen gepresst. Hierdurch bilden sich bei Modellen mit stumpfer Oberfläche (Feinkrepp) oft Fäden (z.B. einfache Modelle
von 'nur die'). Man bleibt mit der Strumpfhose an der eigenen Strumpfhose hängen. Dies ist zwar lästig, eine Abhilfe ist mir bisher aber noch
nicht eingefallen. Bei Strumpfhosen mit glatter Oberfläche tritt dieser Effekt nicht so leicht auf (Beispiel Oroblu). Hier verhindert die
glatte Oberfläche das Hängenbleiben.
Eine weitere Schwachstelle sind die Fersen, vor allem bei transparent glänzenden Feinstrumpfhosen. Durch die mechanische Beanspruchung
beim Gehen, reißen einzelne Elastan-Fäden. Dadurch werden diese Stellen sichtbar dünner. Bis es dann endgültig zur Laufmasche kommt, ist
es nur eine Frage der Zeit. Abhilfe: permanente Pflege der Fersen - ansonsten keine.
Schuhe können ebenfalls eine Gefahr darstellen. Aber was soll man ohne Schuhe machen? Ein genauer Blick kann helfen, wie folgendes Beispiel zeigt:
Innerhalb einer Woche hatte ich zwei Halterlose und einen Kniestrumpf zerstört. Normalerweise ist das mein Jahres-Pensum. Was war
geschehen? |
Aber keine Angst, es gibt auch Feinstrumpfhosen, die nicht zwangsläufig Laufmaschen bekommen. Einige Modelle halten wirklich länger. Ich hatte z.B. eine Kunert Satin Look 20, die erst in ihrem dritten Winter eine Laufmasche bekommen hatte. Dabei hatte ich sie sehr oft an. Besser kann eine Strumpfhose nicht sein bzw. halten.
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Stand: 23. Mai 2010
