In manchen Prospekten einzelner Supermärkte werden mittlerweile auch schon mal nur noch 'Feinstrumpfhosen' angeboten, ohne das Wort 'Damen' davor. Ob dies allerdings bewusst geschieht, weiß ich nicht. Dies ist aber immerhin schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht werden die verschiedenen Hersteller ja auch endlich wach und bieten Unisex-Feinstrumpfhosen an. Ein kleiner Schritt in diese Richtung wäre z. B. wenn zwar eine Dame abgebildet ist, aber nur noch die Aufschrift 'Feinstrumpfhose' auf der Verpackung stehen würde, evtl. noch mit einem kleinen Hinweis 'Damen-Modell auch für Herren geeignet' oder so ähnlich. In diese Richtung geht jedenfalls die WoMan-Serie von Levee.
HerrenstrumpfhosenMich wundert es sehr, dass noch kein großer deutscher Hersteller wie z.B. 'Kunert' oder 'nur die' den Markt der männlichen Strumpfhosen-Fans erschlossen hat. Nach Aussage in einer Mail von 'Falke' besteht allerdings auch gar kein Interesse an männlicher Kundschaft im Feinbereich. Nach eigenen Anfragen und entsprechenden Rückmeldungen meiner Besucher ist den Herstellern das 'Problem' Männer und Feinstrumpfhosen zwar mittlerweile bekannt, sie sehen aber keinen Grund, darauf zu reagieren. Exklusive HerrenstrumpfhosenMut und den nötigen Weitblick beweist 'Gerbe'. Diese französische Edel-Marke hat gleich mehrere Feinstrumpfhosen ab einer Materialstärke von 8 Den im Angebot! Wenn diese Modelle nicht so teuer wären, könnten sie der absolute Renner werden. |
Hier besteht noch erheblicher Nachholbedarf in Sachen Aufklärung. Denn ich gehe einmal davon aus, dass das Marketing
der resistenten Hersteller die Meinung vertritt, es handelt sich dabei lediglich um ein paar Spinner, und das geht schon wieder vorbei.
Andererseits verdienen sie schon heute an uns Männern, denn wir kaufen die Feinstrumpfhosen ja trotzdem. Beispiel Wolford: ich denke,
dass ein sehr großer Anteil dieser Marke an Männer verkauft wird. Von diesem Standpunkt aus gesehen, besteht aus Herstellersicht
natürlich kein direkter Handlungsbedarf.
Dass aber zusammen mit allen anderen Männern ein ganz erhebliches Verkaufs-Potiential frei liegt, wird hierbei übersehen bzw. ignoriert.
Diese Ignoranz lässt die Vermutung zu, dass viele Mitarbeiter der Marketing-Abteilungen scheinbar zu gut bezahlt werden und unfähig sind.
Oder was ist der wahre Grund dafür, dass eine Käuferschicht bewusst nicht bedient wird?
Viele der Männer, die schon heute Feinstrumpfhosen tragen, wären froh, wenn die Feinstrumpfhose für Männer in der
Öffentlichkeit endlich ein ganz normales Kleidungsstück wäre. Hersteller können zwar nicht alles, aber vieles. Und mit der richtigen
Unterstützung und gezielter Werbung wäre dieser Trend nicht mehr aufzuhalten.
In diesem Zusammenhang noch ein Tipp für das Marketing:
Nicht gleich das große Geld verdienen wollen. Klein anfangen und die derzeitige 'Fangemeinde' versorgen. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda,
oder auch durch Nachahmer-Effekte wird der Markt von allein größer. Fürs erste würde eine extra Verpackung ausreichen. Eine spezielle
Herrenstrumpfhose ist anfangs noch nicht mal notwendig - nur eben hochwertig sollte die Strumpfhose schon sein.
Und keine Angst, Strumpfhosen tragende Männer sind nicht zwangsläufig schwul oder sonstiges. Es besteht somit keine Gefahr für das
Ansehen Ihrer Marke - Ihre Marke wird sowieso schon von Männern getragen. Die überwiegende Mehrheit dieser Männer haben die Feinstrumpfhose
einfach nur als praktisches Kleidungsstück für sich entdeckt. Und genau dieses Bedürfnis gilt es auch bei den Millionen anderen Männern
zu wecken. Es wird im Normalfall auch von niemandem eine Sonderbehandlung erwartet, sondern lediglich Akzeptanz (von einzelnen
'Hardlinern' mal abgesehen, die sowieso immer meckern).
Gelegentlich werde ich gefragt, wie man die Hersteller etwas anstoßen könnte?
Das ist eine gute Frage. So pauschal lässt sie sich aber nicht beantworten. Meiner Meinung nach bringt es nichts, wenn nun alle
'Strumpfhosenfans' die Hersteller mit Mails bombardieren würden. Druck bringt normalerweise gar nichts und könnte auch mit ein Grund für
die ablehnende Haltung sein. Überzeugen heißt die Devise!
Gelegentliche Fragen an die Herstellern können aber hilfreich sein, damit das Thema nicht in Vergessenheit gerät: z.B. 'welches Modell
können Sie mir empfehlen?'.
Für viel wichtiger halte ich jedoch den Kontakt zu den Fachhändlern. Sie sind es, die ständig Kontakt zu Herstellern
haben und somit den Bedarf weitergeben können. Ohne den Kunde können die Fachhändler nicht existieren, im Gegensatz zu den direkt
angestellten Mitarbeitern. Und aus diesem Grund wird auch keine vernünftige Verkäuferin einen Mann abweisen, bloß weil der eine
Feinstrumpfhose für sich selbst kaufen möchte (von einem bekannten Fall in Wien abgesehen). Hilfreich ist es hierbei, wenn die
Verkäuferin das feinbestrumpfte Bein sehen kann. Denn dann sieht sie direkt, das es keine Fiktion ist, sondern da ist ein realer Bedarf
vorhanden.
Wenn sie gut ist, denkt sie sogar: 'das ist mein Kunde und dem verkaufe ich nun seine persönliche Strumpfhose. Und wenn ich das gut
mache, kommt er mit Sicherheit wieder. Wieder ein zahlender Kunde mehr - prima!'
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Deshalb gilt grundsätzlich: selbst einkaufen gehen und vor allem ohne 'Tarnsocken'. Ein Hersteller, der die Anfragen und Bedürfnisse seiner Fachhändler ignoriert, wird auf lange Sicht gesehen 'den Kürzeren ziehen' und daran kann nun wirklich niemand Interesse haben. |
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Ja und Nein!
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Stand: 5. November 2008

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