Sarah Brightman Konzert - Harem World Tour


Nun hatte es doch endlich noch geklappt - nachdem das Harem-Konzert vom 11.5.04 auf den 1.10.04 verschoben wurde ...

Schon im Dezember '03 hatte ich die Karten gekauft. Erste Bilder von der Frankfurter Festhalle ließen darauf schließen, dass ich einen Platz in der ersten Reihe, Block E, auf der Empore (Rang 1) erworben hatte. Somit konnte ich mich auf eine einmalige Sicht auf die Bühne freuen. Die Ernüchterung kam dann in Frankfurt, als es 'nur' ein Platz unten im Innenraum war. Die Sicht war zwar ebenfalls sehr gut, aber von oben wäre sie besser gewesen.


Unverständlich war mir deshalb, warum Sarah Brightman sich damit zufrieden gab, vor (im Prinzip) leeren Rängen zu singen. Der Innenraum bietet je nach Bestuhlung ca. 2100-4800 Plätze, die Ränge weitere ca. 5000 Plätze. Der Innenraum war mit angeblich ca. 3000 Besuchern fast ausverkauft, die Ränge blieben aber leer. Nur ein paar VIPs waren dort zu sehen. Und ich bin mir sicher, mit der richtigen Werbung wären alle 9800 Plätze zu besetzen gewesen. Es bestand aber von Verkaufsbeginn an kein Interesse von Seiten der Veranstalter - ganz schön dumm.

Aber was soll's. Ca. 10-15 Meter bis zur Bühne und freie Sicht - immerhin etwas ...

nach dem Konzert ...


Sarah Brightman's Musik


Bei der Musik von Sarah Brightman gibt es groß keinen Spielraum, entweder man lehnt sie ab, oder man ist ihr vollkommen verfallen. Bei mir gilt der zweite Fall.

Die Mischung aus Pop, Musical und Klassik ist einfach einmalig. Hinzu kommt ihre wundervoll klare, aber auch druckvolle Sopran-Stimme - einfach traumhaft schön.

Einige bemängeln zwar, dass Sarah Brightman 'ja alles nur nachmacht', aber so ganz stimmt das nun auch wieder nicht. Viele Lieder sind nur von ihr bzw. für sie komponiert worden. Alle anderen Lieder, die Coverversionen, sind so gut interpretiert, dass sie meist sogar besser sind als das Original.

Sarah Brightman, das ist einfach Musikgenuss auf höchstem Niveau!


Im Gegensatz zu vielen anderen Sängerinnen zeigte sich bei dem Konzert ganz eindeutig, dass Sarah Brightman es nicht nötig hat, Playback zu singen. Sie trifft sicher ihre Töne, selbst dann, wenn einem selbst beim mitsingen schon längst die Puste ausgegangen ist. Sarah kann eben singen, egal ob sie nebenbei tanzt oder mal eben durch die Lüfte schwebt. - Ein Augen- und Ohrenschmaus!

In einem Fernsehinterview sagte sie einmal (sinngemäß), dass sie in den Konzerten versucht, mit der Bühnenshow und der gefühlvollen Musik das Publikum vom ersten bis zum letzten Ton in ihren Bann zu ziehen und zu faszinieren. Und genau das ist ihr gelungen ...



Sarah Brightman's Konzert - Harem World Tour


Mit den leisen Tönen von 'Kama Sutra' fing die Show an und jeder wartete auf den spannenden Moment, bis Sarah endlich die Bühne betrat - ein tosender Applaus begrüßte sie. Mit dem Lied 'Harem' begann das gigantische Konzert.



Was sich leider schon bei 'Harem' zeigte, bestätigte sich bei 'It's a beautiful day' erst recht: Sarah war absolute Weltklasse - ein Weltstar eben - ihre Band war ebenfalls absolute Spitzenklasse, aber ihr Tontechniker war scheinbar schon hörgeschädigt. Die Lautstärke und die daraus resultierende Übersteuerung der Lautsprecher war eine Zumutung. Sarah's Stimme ging in dem 'Krach' vollkommen unter. Das war wirklich sehr schade, so einen Stümper hat sie nun wirklich nicht verdient. Vielleicht hatte der früher mal für AC/DC oder so in der Richtung gearbeitet ...


So ging leider auch eines meiner Lieblingslieder 'Anytime, Anywhere' in der Dröhnung etwas unter. 'Who wants to live forever' war schon ein Knaller, wurde dann aber von den absoluten Höhepunkten der ersten Hälfte 'La Luna' und 'Nessun Dorma' noch übertrumpft. Hier zeigte sich auch, dass die Lautstärke für die wenigen Begleitinstrumente der Klassikparts gut gewählt war. Diese Lieder sind Balsam für die gestresste Seele (und das Ohr) - einsame Spitze.



Nach der Pause ging es in der gleichen Art und Weise weiter. Klassik, fetziger Pop und Musical-Klänge gepaart mit einer effektvollen Licht- und Bühnenshow. So wie auch das sehr gefühlvolle und romantische Lied 'What a wonderful world'.

Es jagte einfach ein Höhepunkt den anderen ...


Kurz nach 22 Uhr erklang dann leider schon 'Time to say goodbye' - das Ende war nahe. Jedoch während der fest eingeplanten zweiten Zugabe war die Frankfurter Festhalle bei 'A question of honour' nun vollends am beben. Besser hätte die Stimmung nicht mehr sein können. Eigentlich hätte sie gerade so weiter machen können ...

Zwei Stunden voller Musik und hinreisender Show waren viel zu schnell vorüber gegangen.


Erstaunlich ist nur immer wieder, dass bereits kurz vor Schluss die ersten Besucher den Saal verlassen und kurz nachdem das Licht angeht, die Bühne schon abgebaut wird. Gut, Sarah trat am anderen Tag in Brüssel auf, aber ich hätte dennoch erwartet, sie wenigstens noch eine Stunde im Foyer zu sehen. Gegen 22:45 Uhr war aber schon alles dunkel und zugesperrt.

Aber wie auch immer - Sarah Brightman live zu erleben war schon etwas ganz besonderes. Die 290 Euro (für mich und meine Tochter) waren eine gute Investition. Hoffentlich kommt Sarah bald wieder nach Deutschland ...



Die Fahrt


Freitags über Stuttgart nach Frankfurt fahren ist eine echte Zumutung. Für die ersten 150 km hatte ich zweieinhalb Stunden gebraucht. Für die restlichen 200 km incl. Frankfurter Stadtverkehr und Pause dann nochmal etwas über zwei Stunden. Es sind einfach zu viele Chaoten und Angsthasen unterwegs.

Vielleicht hätte man den Zug nehmen sollen, aber 100 € (pro Person) für die Fahrt waren mir dann doch zu viel ...

Samstag Nachmittags zurück war dagegen kein Problem mehr. Da lief der Verkehr.


Nachwehen


Welch ein Zufall - Sonntag Vormittag (3.10.04) lief auf Südwest 3 die 'La Luna' Reportage. Das war genau der richtige Abschluss für diese Wochenendtour.

Wie auch immer, vorher lief ständig Sarah Brightman, jetzt erst recht. Da bleibt einem nur übrig, die Wartezeit mit CDs zu verkürzen - bis zum nächsten Sarah Brightman Konzert - aber dann hoffentlich mit gültigem Zeitplan.


CDs


Passend zu dem Konzert gibt es die Live CD und DVD. Gut, die Aufnahmen sind zwar aus Las Vegas, aber direkt vergleichbar mit dem in Frankfurt erlebten. Ein absolutes Muss für Konzertbesucher.



Hinweis: Die Konzertbilder sind von Sarah Brightman's Homepage entnommen. Sie stammen zwar nicht vom Frankfurter Konzert, entsprechen aber dem erlebten.

Fotografieren war leider verboten, was aber einige nicht davon abhalten konnte. Ich musste mich zwangsläufig dran halten (den Fotoapparat musste ich leider abgeben), deshalb verwende ich diese Bilder.



Klaus Weber - 7. Oktober 2004


 
 

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Aktualisiert am
13.05.2012

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