![]()
Bedingt durch die erfolgreiche 'Geiz ist geil' Kampagne einer
Elektronik-Kette wird der Effekt, billig kaufen um jeden Preis, noch verstärkt
und ist scheinbar 'In'. Gerade im Feinstrumpfbereich wirkt sich dies bei den
mittleren und hochpreisigen Segmenten stark aus. Die Umsätze sinken seit
Jahren.
Wenn man sich aber die Qualitätsunterschiede und Trageeigenschaften betrachtet,
dann kann man schnell feststellen, dass die höheren Preise der entsprechenden
Marken durchaus berechtigt sind.
Für mich gibt es wirklich kein nachvollziehbares Argument, bei einem 5er oder
10er Pack zuzugreifen. Auch im Noname-Bereich kann man keine Wunder erwarten.
Eher abschreckend sind diese Billig-Modelle.
Stark vertreten im unteren Preissegment ist 'nur die'. Es ist eben einfach, bei
einem Einkauf im Supermarkt, noch gleich eine Strumpfhose mit einzupacken. 'nur
die' bietet Modelle mit einem sehr guten Preis/Leistungsverhältnis an,
allerdings kann man deren Qualitäten nun einmal nicht mit anderen, teureren
Markenherstellern vergleichen.
Das andere Problem sind allgemein fallende Netto-Einkommen. Die Abgaben, Steuern und Mietnebenkosten sind erheblich stärker gestiegen, als die mageren Bruttolohn-Steigerungen. Dadurch hat man nun einmal weniger Geld zur Verfügung. Also wo sparen? Warum eine Strumpfhose für 8 Euro kaufen, wenn es eine für 4 Euro evtl. auch tut?
Ihr Heil suchen Hersteller darin, ihre Kosten zu senken, koste es was es wolle. So versucht z.B. Kunert es nun mit einem chinesischen Partner. Was das für die Mitarbeiter in den bestehenden Werken bedeuten wird, kann sich jeder denken. Gleichzeitig soll mit einer neuen Hudson-Serie versucht werden, eine Billig-Linie für den Supermarkt zu starten. Ich kann nur hoffen, dass dadurch nicht der Ruf und die Qualität der aktuellen Modelle darunter leiden wird. Und wenn, dann wäre Kunert gut beraten, alle bisherigen Hudson-Modelle unter Kunert weiter zu vermarkten.
Manager, die nur blind auf China setzen, sollte man besser
mit anderen Aufgaben beschäftigen, denn sie liegen falsch. Es sind Manager
gefragt, die in neue, innovative Produkte investieren und diese dann auch
entsprechend bewerben. Denn China bringt nur kurzfristig Gewinne. Mittelfristig
werden die Chinesen das Know How übernommen haben und alles in eigener Regie
herstellen. Mögliche Patente schützen da keinen, denn für Chinesen ist es eine
Ehre, alles zu kopieren und je besser die Kopie ist, desto größer ist die Ehre.
Werbung ist das Stichwort. Wann lief überhaupt die letzte Werbung für
Feinstrumpfhosen im Fernsehen? In welcher Zeitschrift gibt es entsprechende
Werbung? Auch wenn es viele nicht hören wollen, aber es ist dennoch die Frage
berechtigt: wann wird endlich die Feinstrumpfhose auch für Männer beworben?
Werbung - kennen Sie Klingelton-Werbung? So nervtötend muss es nicht sein, denn
diese Werbung ist ein absolutes Negativbeispiel. Aber wenigstens einmal pro
Woche zur besten Sendezeit wäre schon hilfreich. Hier könnten alle Hersteller
zusammen arbeiten, denn das Problem betrifft schließlich jeden. Somit könnte
jeden Tag ein anderer Hersteller seine Werbung zeigen.
Durch entsprechende Werbung muss das Bewusstsein gestärkt werden, dass Feinstrumpfprodukte gut, bequem und elegant sind. Momentan machen ehr andere Werbung gegen Feinstrümpfe: Promis in Zeitschriften. Egal welches Frauen-Blatt man aufschlägt, überall sind nackte Beine zu sehen. Ganz selten verirrt sich einmal eine (Netz-) Strumpfhose auf das Bild. Und hier gibt es viele (junge) Frauen, die solche Promis gerne nachmachen. Sie wollen auch gerne im Rampenlicht stehen, auch bei Minusgraden mit nackten Beinen. Die allgemeine Botschaft lautet also: Feinstrümpfe sind ja sowas von Out oder um in der Sprache dieser Modegurus zu bleiben: Feinstrümpfe sind 'no goes'. Auch hier ist es die Aufgabe der Hersteller, mit geeigneter Werbung wenigstens auf einer Seite, auf Feinstrümpfe aufmerksam zu machen.
![]()
Ein weiteres Beispiel für fehlende Werbung bzw. Billigschund.
![]()
Copyright © 2005 Feinstrumpfhosen Informationen - fsh-info.de
Stand: 28. Mai 2005
