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Stützstrümpfe - StützstrumpfhoseEs wird vermutet, dass bereits jeder zweite Mitbürger Probleme
mit den Beinen hat, jeder achte sogar ein fortgeschrittenes Venenleiden, dass behandelt
werden müsste. Viele leiden unter Beingeschwüren und Krampfadern. Diese sind mehr
als nur ein Schönheitsfehler - sie können ernsthafte Folgeschäden verursachen. |
Stützstrümpfe (ganz zu schweigen von Kompressionsstrümpfen) gelten
leider immer noch als "Oma-Strümpfe". Das negative Image, das beide haben, macht es
gerade auch jungen Menschen nicht leicht, "so etwas" zu tragen. Dabei gibt es inzwischen
bei Stütz- und Kompressionsstrümpfen sehr ansprechende Modelle.
Es heißt auch, dass jede zweite Frau und jeder dritte Mann Probleme mit den Beinvenen hat.
In der Tat sind auch viele Männer betroffen. Bei Ultraschall-Doppler-Untersuchungen wurde
außerdem festgestellt, dass 10 Prozent der zwölf- bis vierzehnjährigen Kinder eine
beginnende Venenschwäche aufweisen. Bei den sechzehn- bis achtzehnjährigen Jugendlichen
sind es sogar 30 Prozent.
Hier müsste die Prophylaxe beginnen. Viele Jugendliche wissen es nicht (warum gibt es
kein Venen-Screening für 14-jährige?). Die Kosten dafür ließen sich durch Verhinderung
der Folgeschäden mehr als einsparen!) und ergreifen dann noch Berufe, die mit langem
Stehen oder Sitzen verbunden sind, was noch einmal Gift für die Venen ist.
Zudem: Wenn die Venen erst leicht geschädigt sind, können Stützstrumpfhosen noch ausreichen.
Also lieber mit 14 Jahren mit dem Tragen von Stützstrumpfhosen (wenigstens 70 den!) anfangen,
als warten, bis nur noch Kompressionsstrümpfe helfen! Das gilt für Mädchen und Jungen gleichermaßen!
... deshalb könnte die folgende Erklärung etwas
fehlerhaft sein.
Das Blut versorgt alle Organe, Muskeln und Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Der Blutkreislauf hat die Aufgabe, das Blut zu transportieren. Zu den Muskeln usw.
hin ist dies kein Problem, hier arbeitet das Herz als Pumpe. Auf dem Weg zurück zum
Herz müssen aber die Venenpumpen nachhelfen. Und genau hier liegt das Problem.
Bei jeder Bewegung der Beine werden die in den Muskeln eingelagerten Venen zusammengepresst
und wieder ausgedehnt. Durch diese Pumpbewegung wird das Blut in die tiefen Venen
in Richtung Herz gepumpt. In den Venen sind sogenannte Venenklappen vorhanden, die
den Rückfluss des Blutes verhindern sollen. Bei gesunden Beinen, die genug bewegt werden,
geschieht dies auch reibungslos.
Ja, Bewegung ist wichtig, um das Blut nach oben zu befördern. Durch das Gehen (oder Wippen im Stand, wenn man viel stehen muss) werden die Sprunggelenks- und die Wadenmuskelpumpe aktiviert. Ohne Bewegung hilft selbst ein Kompressionsstrumpf nicht optimal.
Durch mangelnde Bewegung, bzw. auch anlagebedingt (Vererbung) erschlafft das Bindegewebe in den Beinen. Die Venenpumpen werden vom Gewebe und den Muskeln nicht gut genug unterstützt. Deshalb erschlaffen auch die Venenklappen und lassen das Blut wieder zurück fließen. Die Venen weiten sich aus, die Beine werden dick.
Bei erweiterten Venen (z.B. infolge von Krampfadern des oberflächlichen Systems) können auch die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Sehr schlecht ist die Zerstörung von Venenklappen im tiefen System nach einer Thrombose. Hier kann nicht einmal operiert werden. Lebenslange Kompressionstherapie ist notwendig, um Folgeschäden wie das Ulcus cruris ("offenes Bein") zu verhindern.
Was nun das Bindgewebe nicht mehr schafft, nämlich die Venen in ihrer Arbeit zu unterstützen, soll nun durch Stützstrümpfe erreicht werden. Durch entsprechend hohen Druck auf die Beine können sich die Venen nicht so stark ausdehnen. Das Blut wird dadurch besser in die inneren Venen gedrückt und kann somit besser zurück gepumpt werden.
90 Prozent des Blutes werden durch das innen liegende tiefe Venensystem zurück zum Herzen befördert, nur 10 Prozent durch das oberflächliche Venensystem. Deshalb können Menschen mit starken Krampfadern dennoch wenig Probleme haben, wenn ihre tiefen Venen in Ordnung sind. Andererseits gibt es Personen ohne wesentliche Krampfadern, aber mit Abflussstörungen der tiefen Venen. Diese sind schlechter dran.
Der Unterschied zwischen beiden Varianten liegt in erster
Linie in der Wirkung und in der Verfügbarkeit. Stützstrümpfe sind 'frei
verkäufliche' Modelle und z.B. von Bahner oder Elbeo erhältlich.
Stützstrümpfe werden hauptsächlich zur Vorbeugung oder bei leichteren
Venenproblemen getragen.
Kompressionsstrümpfe hingegen werden von einem Arzt verordnet und sind nur in
entsprechenden Sanitätshäusern erhältlich. Falls man stärkere Venenprobleme
hat, so sollte man auf jeden Fall ärztliche Hilfe suchen und sich beraten
lassen. Hier kann und darf ich keine Ratschläge geben!
Gut, dass hier zwischen Stütz- und Kompressionsstrümpfen unterschieden wir. Sogar Ärzte machen bisweilen den Fehler, beides in einen Topf zu werfen. Allerdings sind auch Kompressionsstrümpfe in Sanitätshäusern frei verkäuflich und somit ohne Rezept zu erhalten. Den Arzt (am besten einen Phlebologen oder Angiologen) vor dem Tragen eines Kompressionsstrumpfes aufzusuchen, ist eine gute Empfehlung. Bei Personen, die Probleme mit den Arterien haben (Schaufensterkrankheit), kann das Tragen von Kompressionsstrümpfen sogar gefährlich sein.
Das Thema hier soll daher nur den Bereich Stützstrümpfe abdecken.
Auch bei gesunden Beinen kann ein Venen-Problem (z.B. bei Flugreisen -
Thrombosegefahr) auftreten. Wer anfällig für geschwollene Beine ist, wer viel
sitzt oder steht (ohne sich groß zu bewegen), dem können Stützstrümpfe eine
wohltuende Entlastung bringen.
Das wurde der Öffentlichkeit erst durch den tragischen Tod der
28-jährigen Emma Christoffersen bewusst, die im Oktober 2000 auf dem Flughafen Heathrow
zusammenbrach und kurz darauf starb.
In Fachkreisen ist dagegen schon lange bekannt, dass jährlich allein in Deutschland
etwa 25 000 Menschen durch eine Lungenembolie sterben, ausgelöst durch eine tiefe
Venenthrombose. Die Zahlen stammen aus der Zeit vor der Wiedervereinigung. Hochgerechnet
müssten es dann für das vereinigte Deutschland etwa 40 000 Personen sein.
Bei den Stützstrumpfhosen für 'gesunde' Beine gibt es unterschiedliche Stützklassen. Sie unterscheiden sich in der Stärke des Drucks auf die Beine. Diese sind:
mmHg bedeutet - mm Quecksilbersäule - und ist die
Bezeichnung für den ausgeübten Druck.
Je höher die Stützklasse, desto höher ist der Druck auf das Bindegewebe und
somit die Unterstützung für die Venen.
Wichtig ist dabei die richtige Passform, damit die Strümpfe ihre Wirkung
entfalten können.
Bahner hat in der Stützklasse
III 17 mmHg Druck, um die Lücke hin zu den Kompressionsstrümpfen zu schließen.
Bei Kompressionsstrümpfen gibt es vier Klassen im Bereich von 18 bis über 59 mm Hg. Diese teilen sich wie folgt auf:
Ein neuer EU-Vorschlag sah 5 Klassen vor, wurde aber verworfen, weil man sich nicht einigen konnte.
Was für die Beine gut ist, muss für den Tragekomfort noch lange nicht gelten - man wird doch relativ stark eingeengt. Hinzu kommt noch das feste Material. Der Tragekomfort ist nach meinen Erfahrungen ehr schlecht bzw. gewöhnungsbedürftig. Vergleichbar mit herkömmlichen Strumpfhosen sind Stützmodelle deshalb nicht. Wer nicht absolut auf hohe Stützkraft angewiesen ist, sollte lieber auf sogenannte Wellness-Modelle mit abgestufter Stützwirkung zurück greifen. Diese Modelle sind auch in 20 den erhältlich, wesentlich weicher und angenehmer zu tragen.
"Schlecht" würde ich den Tragekomfort nicht nennen, "gewöhnungsbedürftig"
kann ich schon eher unterschreiben. Wer schon einmal Kompressionsstrumpfhosen ab Klasse
2 getragen hat, liebt selbst Stützstrumpfhosen in 140 den (z.B. die ausgezeichneten
Modelle Compressana Calypso), ganz zu schweigen von 70 den, die das Bein geradezu umschmeicheln.
Bei schweren Beinen (ohne gravierende Venenprobleme) sollten es meiner Ansicht nach
wenigstens 70 den sein, selbst 40 den bringt da noch nicht viel.
Neben den bereits vorgestellten Einsatzbereichen gibt es noch die speziellen Reisestrümpfe. Auch diese sind normalerweise in der Stützklasse III erhältlich. Reisestrümpfe und -Strumpfhosen gibt es z.B. von Elbeo und Kunert, wobei Kunert neben dem Tragekomfort noch ein schön weiches Material zu bieten hat.
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Unter folgenden Hersteller-Adressen kann man sich noch weiter über das Thema Stützstrumpfhosen informieren: ... weitere Infos gibt es z.B. bei Selbsthilfegruppen, sowie in einem Blog von Jürgen Rhode ... Die Kommentare (in Blau) wurden von Herrn Jürgen Rhode verfasst, und stellen eine notwendige und sinnvolle Ergänzung zu meinen Texten dar. Einen weiteren Kommentar zu diesem Thema hat Joel geschrieben. |
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Stand: 28. September 2010
