Gedanken zum Verkauf von Feinstrumpfhosen


Feinstrümpfe sind leider relativ selten in unseren Städten an hübschen Frauenbeinen zu sehen. Lange Hosen prägen das Bild oder einfach nur nackte Beine. Natürlich sind hierfür viele verschiedene Faktoren verantwortlich, die nicht so leicht verändert werden können. Ein wenig nachdenken und in die richtige Richtung weisen, könnte aber viel bewirken. Deshalb denke ich hier einmal 'laut' nach ...


Woran kränkelt die Industrie?


Um es gleich vorweg zu nehmen, auch ich kenne die genauen Gründe nicht und auch ich habe kein Erfolgsrezept parat, dass garantiert wirken könnte. Nein, aber ich kann Vermutungen aufstellen, in denen sehr viel Wahrheit stecken wird. Die Kunst ist nur, diese Wahrheiten zu erkennen und Konsequenzen daraus zu ziehen.

Aufgeschreckt durch die Insolvenz von Ergee und den schlechten Verkaufszahlen anderer großer Hersteller sollte jedoch endlich einmal jemand den Mut aufbringen und etwas zu ändern.


Hilfsanker


Ein namhafter Hersteller hatte seine Produkte stärker auf seine Wäscheserien und sonstige Bekleidung abgeglichen und war entsprechend erfolgreich damit. In Zeiten des knappen Geldes überlegen sich aber viele, ob es dieser Luxusartikel nun wirklich sein muss. D.h. die Produkte dieser Edelmarke kosten einfach zu viel.

Das nächste Heil suchen viele Hersteller in gemusterten Strumpfhosen. Das war sicherlich eine Marktlücke, die es zu schließen galt. Ständig wechselnde Muster und Farben lassen ein Modell aber schnell veralten, so dass das daraus folgende Lager-Risiko kaum ein Händler auf sich nehmen möchte bzw. kann. D.h. gemusterte Modelle bringen zwar Geld in die Kassen, aber mit Sicherheit nicht so viel wie erhofft.

Noch ein Punkt sind die großen Verpackungseinheiten. Um Lagerkosten zu sparen, bieten Hersteller die einzelnen Produkte nur in Einheiten zu jeweils 3, 5 oder noch mehr Stück an. Pro Größe und Farbe wohlbemerkt. D.h. es lohnt sich für Händler nur selten, von jeder Farbe und Größe ein Modell anzubieten. Wenn er eins verkauft, was macht er mit den anderen vieren?


Weitere Gründe


Natürlich haben auch die Modeindustrie und vor allem die Modemagazine einen großen Beitrag zum Rückgang geleistet. Anstatt in Werbung für Feinstrümpfe zu investieren, werden Models und Promis ohne Feinstrümpfe gezeigt. Private Schnappschüsse zeigen die gleichen Personen dann aber in Strumpfhosen. D.h. die Botschaft vieler Modemagazine und selbst ernannter Stilberater: 'nur strumpflos ist In' ist absoluter Unsinn und natürlich Gift für die Strumpfindustrie.

So konnte man im Südkurier am 28.3.09 in den Tipps einer sog. Stilberaterin lesen, dass ein ein absoluter Fauxpas wäre, wenn hautfarbene Strümpfe zu offenen Schuhen (Sandaletten) getragen werden. Zur Info: Fauxpas - französischer Ausdruck für Fehltritt, Taktlosigkeit; Verstoß gegen gesellschaftliche Umgangsformen. - Geht's noch?

Bei solch dümmlichen Aussagen müsste ein Protestschrei durch die Strumpfindustrie gehen. So etwas mag für dickere Modelle bzw. Modelle mit dicker Spitzenverstärkung gelten, aber doch nicht für sehr zarte Modelle mit unsichtbarer Verstärkung. Zum Glück gibt es aber auch Frauen, die sich nicht an so einem Unsinn stören und dennoch feinbestrumpft gut aussehen.


Hausgemachte Fehler


Natürlich ist der Hauptgrund auch in den einzelnen Firmen selbst zu suchen. Vielen Firmen fehlt nicht nur der Mut, neue Wege zu gehen, nein, ihnen fehlt schlichtweg auch die Phantasie und Vision zu neuen Wegen. Jammern macht ja so viel mehr Spaß ...

Ein neuer Weg ist und bleibt nun einmal der Mann als Feinstrumpfhosen-Träger. Es gibt ihn und es könnte noch viel mehr davon geben, wenn dieses Thema nicht permanent verdrängt würde. Eine neue Käufergruppe zu ignorieren grenzt schon irgendwo an Dummheit.

Kritik und Ideen annehmen, würde auch vielen Firmen gut tun. So besteht eindeutig ein Bedarf an kurzen Feinstrumpfhosen für heiße Tage. Es gibt zwar schon welche, aber die sind in 30 den, also viel zu dick. So hatte ich über meinen damaligen Kontakt bei einem Hersteller so ein Modell und allg. hübschere Bilder für Verpackungen angeregt. Der Vertriebler war begeistert und hat es an die Zentrale weiter geleitet. Von dort hieß es aber nur: 'kein Bedarf, das bringt nichts'. Nun, wenn man nichts verkaufen will, dann braucht man sich auch nicht über eine Insolvenz zu wundern.


Werbung


Was ist das? Das sagt schon alles aus und spiegelt die aktuelle Situation genau wieder. Es bringt nichts, in abgehobenen Mode-Magazinen gelegentlich einmal eine Strumpfhose erwähnen zu lassen. Solche Magazine kauft sowieso kaum jemand, weil die Mode und Modelle darin schlichtweg unbezahlbar sind. Nur solche Werbung, die einer breiten Schicht zugänglich ist, erzielt auch die gewünschte Wirkung. Waren das noch Zeiten, als eine Kim Basinger ihre Beine bewundern ließ!

Dass Werbung absolut notwendig ist, sollten vor allem die Hersteller hochwertiger Modelle wissen. Denn woher sollen Frauen wissen, dass eine Strumpfhose von Falke oder Kunert zwar teurer, aber auch wesentlich besser als billige Modelle ist. So lange wie die weitläufige Meinung vorherrscht 'alle Strumpfhosen sind gleich' und 'alle Strumpfhosen gehen schnell kaputt', so lange werden auch nur billige Modelle oder gar keine gekauft. Hier ist Aufklärung angesagt. Das beste Beispiel ist hier wieder die oben beschriebene Stylingberaterin.



Copyright © 2009 Feinstrumpfhosen Informationen - fsh-info.de
Stand: 26. März 2009


 

 
 
 
 

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Aktualisiert am
18.07.2010

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