Männer und Feinstrumpfhosen


Fetischismus


In verschiedenen Mode-Foren werden Männer, die gerne Feinstrumpfhosen, Röcke, Pumps usw. tragen, immer wieder als Fetischisten abgestempelt, ohne dabei eine nähere Betrachtung überhaupt in Erwägung zu ziehen. Diese dümmliche Behauptung basiert aber lediglich auf dem mangelnden Wissen der VerfasserInnen. Eine oftmals sehr beschränkte Sichtweise lässt hier keine andere Bewertung zu. Diese Menschen wissen es einfach nicht besser.


Sind Männer, die Feinstrumpfhosen bzw. Damenkleidung tragen nun alles Fetischisten oder Transvestiten oder was sonst?


Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir uns zunächst einmal etwas näher mit der Definition beschäftigen.

Was sagt denn der Duden dazu?



Nach diesen Definitionen kann jeder für sich bewerten, was er nun ist. Als was man sich selbst sieht, bzw. als was man gesehen werden könnte. Die Betonung liegt hierbei auf 'könnte', denn richtig bewerten kann das ein Außenstehender sowie nur in den seltensten Fällen.


Sichtweisen fremder Personen


Wie es in einem selbst aussieht, bzw. welche Hintergründe für das Tragen von Damenkleidung nun wirklich ausschlaggebend sind, können fremde Menschen nicht beurteilen. Schon gar nicht, wenn die Personen unbekannt sind. Dennoch herrschen viele Vorurteile, die nur schwer (oder gar nicht) aus den Köpfen der Menschen zu bekommen sind.

So kann man immer wieder in verschiedenen Foren über Mode und Kleidung sinngemäß lesen:



Alle dieser Aussagen sind genauso falsch wie dämlich. Sie zeigen nur eines deutlich: die jeweiligen Verfasser haben einen sehr beschränkten geistigen Horizont. Sie leben und denken nur in ihrer eigenen kleinen Welt. Das rührt daher, weil sie sich noch nie mit dem Thema befasst und keine Gedanken darüber gemacht haben. Gleichzeitig haben sie irgendwo mal gehört, gelesen oder im Fernsehen gesehen, dass es Fetischisten und Transvestiten gibt und dass diese gerne Damenkleidung tragen.

Ein Vergleich mit einem Auszug aus einem alten Ostfriesen-Witz lässt sich nicht verbergen: 'Ich kennen einen, der kennt einen, der lesen und schreiben kann ...' D.h. keiner kennt sich wirklich aus, aber alle reden mit.


Aber wie ist es wirklich?


Aus den Definitionen geht hervor, dass bei einem Fetisch ein sexueller Hintergrund vorhanden sein muss bzw. sehr wahrscheinlich vorhanden ist. Der Fetisch selbst ist somit ein Gegenstand, der einen magisch anzieht und mit dessen Hilfe sexuelle Vorlieben ausgelebt werden können.

Wenn also jemand kein sexuelles Bedürfnis mit einer Feinstrumpfhose verbindet, ist er auch kein Strumpfhosen-Fetischist. Wobei es unerheblich ist, ob er selbst Strumpfhosen anzieht oder diese nur an einem Frauenbein 'vergöttert'. Erregt die Strumpfhose ihn aber, dann trifft diese Definition auf ihn zu.

Unmännlich, was soll das sein? Ist ein Mann nur dann ein Mann, wenn er sich als 'eitler Gockel' oder Macho aufführt? Ist derbe, unbequeme Kleidung unbedingt ein Muss für einen Mann? Oder ist er sogar schon unmännlich, wenn er auf sein Äußeres (Haut- und Haarpflege, gepflegte Hände usw.) achtet und leichte Stoffe bevorzugt?


Was ist mit Frauen, die auf Lack, Leder und Schuhe stehen? Es gibt auch Frauen, die leidenschaftlich gerne Feinstrumpfhosen anziehen. Sind es nur deshalb keine Fetischistinnen, weil sie Frauen sind? Auch hier könnte schließlich ein sexueller Bezug vorhanden sein.


Davon abgesehen, was ist so schlimm am Fetischismus?

Ars Vivendi  - Erotische Mode, Literatur und Kunst

Zuerst einmal gar nichts.

Wenn sich jemand nur noch dann sexuell erregen kann, wenn er bzw. sie Lack, Leder, Strumpfhosen oder sonstiges trägt, dann ist das zwar sehr schade für die betreffende Person, aber ungefährlich für alle anderen, vorausgesetzt, es hält sich im Rahmen.

Wenn er oder sie durch den Fetisch das eigene Liebesleben bereichern und interessanter gestalten kann, dann ist erst recht nichts dagegen einzuwenden.

Problematisch wird es erst dann, wenn ein Partner hinzu kommt, der diesen Fetisch nicht teilt, sondern es eher als Belastung ansieht. Beispiel: er braucht Feinstrumpfhosen, um überhaupt in Stimmung zu kommen, sie lehnt Feinstrumpfhosen aber vollkommen ab. Sobald einer der Partner unter dieser Situation leidet, gibt es ein Problem, das unbedingt gelöst werden muss.

Es sollte nicht so weit gehen, dass die Partnerin nur noch auf eine Feinstrumpfhose reduziert wird. Umgekehrt sollte er aber auch nicht auf alles verzichten müssen, nur weil sie dagegen ist. D.h. wenn schon Fetisch zu zweit eingesetzt werden soll, dann sollten auch beide etwas davon haben bzw. jeder einmal auf seine Kosten kommen.


Abhilfe, weg vom Fetisch


Geht das überhaupt?
Zunächst sollten beide Partner versuchen miteinander über das vorhandene Problem zu reden. Gegenseitiges Verständnis ist dabei sehr wichtig - und die Erkenntnis bzw. Frage, was ist für mich wichtiger, die Person oder der Fetisch?

Sicherlich gehört viel Geduld und Übung dazu, aber es sollte möglich sein, dass Sie für ihn auch einmal eine Strumpfhose anzieht, und er sollte lernen, sich an seiner Partnerin auch ohne Strumpfhose 'in Fahrt' zu bringen. Wenn jeder ein wenig auf den anderen zugeht, wird man sicherlich eine funktionierende Lösung finden, die beiden Spaß macht.

Es muss auf jeden Fall vermieden werden, dass die Partnerin nur noch auf den Fetisch reduziert wird. D.h., sie gefällt ihm nur noch, wenn sie eine Feinstrumpfhose trägt. Das gilt es unbedingt zu vermeiden bzw. abzustellen.

Ist er aber nicht dazu fähig, seinen Fetisch zumindest zeitweise beiseite zu lassen, dann bleibt ihr als logische Konsequenz daraus nur die Trennung übrig.


Transvestismus


Nachdem nun evtl. die Erkenntnis gekommen ist, dass gar kein Fetisch vorliegt, könnte die unbedarfte Person nun zur Schlußfolgerung kommen, 'na gut dann sind sie eben Transvestiten'.

Aus der oben dargestellten Definition wird wohl niemand heraus kommen. Nur die Männer, die ihre Strumpfhosen als rein praktisches Kleidungstück ansehen und denen es auch egal ist, wenn sie wochen- oder monatelang keine Strumpfhosen tragen, nur die können der Definition 'Psychisches Bedürfnis' entkommen. Ich persönlich habe das tägliche Bedürfnis, Feinstrumpfhosen zu tragen, auch wenn dies nicht sexuell motiviert ist. Ist mein Bedürfnis nun seelisch oder psychisch bedingt? Wenn ja, dann bin ich eben ein Transvestit. Das hört sich zwar auch nicht besser an, es entspricht aber eher der Tatsache.

Aus der Definition geht aber auch hervor, dass Frauen, die täglich Herrenkleidung tragen, ebenfalls Transvestiten sind. Nur will das keine Frau wahrhaben, bzw. niemand spricht in diesem Zusammenhang darüber - tolle Logik.

D.h. aber auch, dass es zahlenmäßig eindeutig mehr weibliche als männliche Transvestiten gibt. Aus der allgemein umgänglichen Logik des Schubladendenkens gibt es aber nur den Transvestiten, und der ist männlich.


Fazit:


Ob nun Fetischismus oder Transvestismus, es gibt hierzu unterschiedliche Definitionen, die es zu durchleuchten gibt, bevor man jemanden in eine Schublade steckt. Ein wenig nachdenken hat noch niemandem geschadet, erfordert aber auch das Vorhandensein des Denkapperates.

Das gilt natürlich auch für jeden, der selbst Feinstrumpfhosen usw. trägt. Die eigene Erkenntniss, dass man ein Fetischist, Transvestit oder was auch immer ist, ist doch auch ganz hilfreich. Sich selbst so zu sehen wie man ist, ist doch auch nicht verkehrt, oder?


Strumpfhose hr


Strumpfwaren Boutique Barbara



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Stand: 7. April 2011




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Faszination Fein...

 
 
 
 
 
Aktualisiert am
22.01.2012

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