Männer und Feinstrumpfhosen



Wege zur Akzeptanz von Männern in Strumpfhosen


Die folgenden Gedankengänge sollen zum Nachdenken und Nachahmen animieren. Nichts erledigt oder ergibt sich von allein. Wenn man etwas erreichen will, sollte man auch bereit sein, selbst einen Beitrag dazu zu leisten. Und darum geht es.

Dieses Bild ist ein Beispiel dafür, wie es gehen könnte:
Beim Wandern mit kurzer Hose und halterlosen Feinstrümpfen. Wie man am Strumpfband sehen kann, ist es kein Fake, sondern echt.


Das Problem


Sehr oft konnte ich in Zuschriften lesen, dass es viele Männer als ungerecht empfinden, dass sie in der Öffentlichkeit nicht mit Feinstrumpfhose akzeptiert werden. ... oder so ähnlich ... und sich deshalb nicht trauen, Feinstrümpfe offen sichtbar zu tragen.

Ist das wirklich so? Ich sehe und erlebe das anders.
Die zuvor gemachte Aussage ist eigentlich purer Unsinn! Denn woher wissen diese Personen das? Haben sie es schon einmal probiert und wirklich negative Erlebnisse machen müssen? Oder liegt es viel mehr nur an der eigenen Angst?


Was kann akzeptiert werden?


Ganz einfach - es kann doch nur das akzeptiert werden, was auch bekannt ist.

Es macht einfach keinen Sinn zu jammern '... keiner akzeptiert es ...', wenn es nicht selbst getestet wurde und es das Umfeld auch nicht weiß.

D.h., wenn ich mich noch nie in der Öffentlichkeit mit Feinstrumpfhose gezeigt habe, kann ich auch nicht wissen, ob den Anblick jemand ablehnt bzw. ob mich deswegen jemand kritisiert oder auslacht. Nur allein die Vorstellung reicht dazu nicht aus, ich muss es testen. Nur dann kann ich eine Aussage darüber machen.

Etwas Anderes wäre dagegen, wenn ich die Öffentlichkeit meide, weil ich für mich den Selbsttest ablehne. Einfach auch weil Angst davor habe. Nur kann ich mich in diesem Fall auch nicht beschweren.

Denn Menschen können nur dann etwas ablehnen, wenn sie wissen, dass es etwas gibt. Will heißen: sie lehnen Männer in Feinstrumpfhosen ab, weil sie zumindest schon einmal davon gehört haben. Gesehen haben wohl die wenigsten einen. D.h. es kann niemand von der Allgemeinheit erwarten, dass Männer in Feinstrumpfhosen akzeptiert werden, wenn die Allgemeinheit gar nicht weiß, dass es diese Männer überhaupt gibt.


Jemand muss den Anfang machen


Irgendwann kommt wahrscheinlich in jedem die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann. Die Frage 'wie lange soll ich denn noch warten? Ich werde schließlich nicht jünger.' brachte bei mir den Durchbruch. Heute stellt sich höchstens die Frage 'warum nicht schon viel früher?', was für eine Zeitverschwendung, aber ändern kann ich es leider nicht mehr. Mir sind durch meine eigene Feigheit die Erlebnisse von vielen Jahren verloren gegangen. Daher genieße ich es heute umso mehr, meiner Leidenschaft endlich frei nachgehen zu können.

Natürlich gibt es auch heute noch gewisse Vorbehalte 'muss das jetzt sein?', aber die beschränken sich auf wenige spezielle Situationen, in denen es wahrscheinlich unangebracht wäre, eine Feinstrumpfhose frei sichtbar zu tragen. Aber in so einer Situation ist es dann sowieso nicht ratsam, eine kurze Hose oder gar einen Rock zu tragen.


Der erste Schritt


Es ist eine Tatsache, dass sich die meisten Männer selbst im Wege stehen. Sie würden ja gerne eine Strumpfhose anziehen, trauen sich aber nicht. Der Gedanke 'was könnten die Leute über mich denken' blockiert zu sehr. Die eigene Angst ist einfach zu groß.

Ich kann diese anfängliche Angst verstehen, ich hatte sie auch. Aber sie ist unbegründet! Leider wird meistens auch niemand helfend zur Seite stehen, es sei denn, man hat eine verständnisvolle Partnerin.

Diesen Schritt wird einem niemand abnehmen können. Der muss von jedem selbst kommen!


Die Durchführung


Klein anfangen. Der kurze Weg zum Briefkasten, zum Bäcker usw. wäre schon mal ein Anfang. Eine etwas längere Radtour bietet sich ebenfalls bestens an. Man genießt den Fahrtwind an den feinbestrumpften Beinen, jeder Blickkontakt dauert aber nur Sekunden. Es besteht also keine wirkliche 'Gefahr', entdeckt zu werden. Besser kann man mit einer Feinstrumpfhose zu Shorts nicht anfangen.

So nach und nach werden die Ausflüge länger, die Strumpfhose erhält mehr Glanz oder wird sogar etwas farbiger. D.h. man wird auch diesbezüglich sicherer.

Schließlich wird man irgendwann feststellen, dass die befürchteten Reaktionen ausbleiben. Vor allem auch, weil entsprechend zarte Strümpfe fast nicht sichtbar sind.

Allerdings muss man auch auf Reaktionen gefasst sein, denn dumme Menschen gibt es überall.


Die Normalität


Die Erfahrung, dass man in der Regel gar nicht beachtet wird, lässt einen mit der Zeit sicherer und selbstbewusster werden. Für einen selbst wird es irgendwann vollkommen normal werden, dass man eine Feinstrumpfhose offen sichtbar trägt und geht entsprechend damit um. D.h. solange man sich ganz normal verhält und nicht jedem demonstrativ seine feinbestrumpften Beine unter die Nase hält, wird nichts passieren.


Allgemeine Normalität


Das bisher geschilderte ist meine eigene Normalität. Eine allgemeine Normalität wird erst dann geben, wenn endlich wesentlich mehr Männer meinem Beispiel folgen, und immer öfter ihre feinbestrumpften Beine zeigen. Eine ganz entscheidende Rolle kommt hierbei auch dem Handel zu. Er muss das Angebot bereitstellen, um eine Nachfrage zu generieren, nicht umgekehrt.

Und wenn beides erreicht wird, wird sich die Öffentlichkeit an den Anblick gewöhnen. Erst dann wird es 'wirklich normal'.

Natürlich wird es immer Kritiker geben, die an allem etwas auszusetzen haben. Aber das ist bei allen Dingen so. Man muss sich also fragen:


Was ist im Leben wichtiger, die Kritiker oder man selbst?


Unterstützung von Herstellern


Wie schon gesagt, ohne die Hersteller geht es nicht, eine Normalität, eine allgemeine Akzeptanz zu schaffen. Eine Unterstützung wäre wünschenswert, wird aber wohl kaum kommen.

Verschiedene Versuche, wie z.B. von Gerbe, wurde leider wieder eingestellt. Und somit bleibt das Angebot, beispielsweise von Collanto oder Glamory eher bescheiden.

Leider!


Ansätze


Aus allen bisherigen Ausführungen ergibt sich nur ein Ansatz: jeder ist erst einmal selbst aufgefordert, geeignete Schritte selbst zu unternehmen.

Die eigene Partnerin sollte möglichst früh mit einbezogen werden. Gerade Frauen, die selbst gerne Feinstrumpfhosen tragen, werden nichts dagegen haben. Wenn man so ein 'Schmuckstück' Zuhause hat, hat man schon einmal gute Karten.

Matt glänzende, hautfarbene, möglichst dünne Strumpfhosen bieten die ideale Grundlage für erste Tests. Natürlich sollten dabei die Beine enthaart sein, denn auch bei Frauen sieht es schlecht aus, wenn die Beinhaare sprießen.

Draußen, in der 'freien Wildbahn' muss man sich natürlich und ganz normal verhalten, sich nicht verstecken oder besonders auffällig in Szene setzen. Damit ist es auch egal, ob zu Beginn nur der Gang zum Briefkasten ansteht oder ein kompletter Einkaufsbummel.

Ganz wichtig ist es auch, seine Feinstrümpfe selbst zu kaufen. Die Verkäuferinnen in den Fachgeschäften bzw. Fachabteilungen müssen den Mann als Kunde bewusst wahrnehmen. Das gilt auch Online. Gute Verkäuferinnen bringen diese Erfahrung evtl. auch bei anderen Kunden ins Spiel, d.h. sie empfehlen Feinstrumpfhosen gerade im Winter auch ihrer männlichen Kundschaft.

Bei möglichst vielen Gelegenheiten, beim Einkaufen, beim Sport, beim Arztbesuch, falls möglich, auch an der Arbeit usw. eine Feinstrumpfhose anziehen. Man muss gesehen werden ...

D.h. beim Aufbau einer allgemeinen Akzeptanz steht an erster Stelle der Mann selbst. Er muss es wollen. Danach kommt die Partnerin, die eingeweiht werden muss. An dritter Stelle die Verkäuferinnen, die das vorhandene Potential zum eigenen Vorteil nutzen könnten. Zum Schluss die Öffentlichkeit.


Fazit


Jeder Mann, der Feinstrümpfe bzw. Feinstrumpfhosen zu kurzen Hosen tragen möchte, kann dies auch schon heute problemlos tun. Es spricht absolut nichts dagegen. Eine gewisse Akzeptanz ist bereits vorhanden, wobei man diese Art der Akzeptanz auch eher mit einer Gleichgültigkeit übersetzen könnte. D.h. wenn jemand der Meinung ist, er 'darf' noch keine Feinstrumpfhosen anziehen, dann doch nur deshalb, weil er vor sich selbst Angst hat.

Natürlich darf jeder Mann Feinstrumpfhosen anziehen, warum auch nicht. Unnormal ist für mich höchstens die Frage nach dem: 'darf ich?'.

Eine allgemeine Akzeptanz wird es aber erst geben, wenn sich die Männer endlich emanzipieren. Frauen sind intelligenter: sie leben ihre Emanzipation jeden Tag immer wieder aus. Sie fragen nicht so blöde: 'darf ich?'



 


Kommentare


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  • Das Gesagte kann ich nur bestätigen. Die Hindernisse liegen in einem selbst. Auch ich habe Jahrzehnte gebraucht, um endlich für mich den Durchbruch zu schaffen. Um die Frage in den Vordergrund zu rücken: Wie fühle ich mich am wohlsten? Inzwischen trage ich als Mann seit fast zwei Jahren in der Öffentlichkeit unverhüllt Rock und Strumpfhose, hautfarben transparent oder schwarz, anthrazit, braun, marine blickdicht. Ich gehe so einkaufen, shoppen, spazieren, in Restaurants, öffentliche Toiletten, werde also gesehen. In der ersten Zeit der Unsicherheit mit gesteigerter Wahrnehmung hatte ich den Eindruck, dass mich alle anschauen. Nach gewisser Zeit hatte ich mehr Sicherheit eingespielt, oft vergesse ich einfach auch, was ich aktuell trage und bewege mich so ungehemmt im öffentlichen Raum. In der ganzen Zeit hat mich niemand angesprochen, angemacht oder irgendeinen negativen Kommentar hören lassen. Gerade anfangs hatte ich öfter die Gedanken, dass da irgendwer über mich tuschelt. Aber das war reine Spekulation. Die allermeisten Leute kümmert es überhaupt nicht. Mangelnde Akzeptanz? Da kann ich mich nicht drüber beklagen. Und wenn die Leute zu Hause, am Stammtisch oder beim Kaffeeklatsch über mich herziehen, krieg ich das nicht mit, und es ist damit für mich ohne jedes Interesse. Über eine mögliche fehlende gesellschaftliche Akzeptanz will ich mich gar nicht unterhalten, für mich zählen meine erlebten Situationen und nicht irgendwelche Hirngespinste. - Matthias

Seite bearbeitet am 11.05.2018.

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