Männer und Strumpfhosen


Männer, die gerne Feinstrumpfhosen tragen würden oder es sich zumindest vorstellen könnten, werden im Prinzip mit dem Problem konfrontiert, dass es sich hierbei eigentlich um Damenwäsche bzw. Damenstrümpfe handelt. Dadurch wird eine unnötige Barriere aufgebaut. Schon allein das Weglassen des Zusatzes 'Damen' würde helfen. Noch mehr helfen würden zusätzliche Angaben auf den Verpackungen oder das Platzieren der Strumpfhosen in geschlechtsneutralen Zonen oder Übergangsbereichen der Strumpfabteilungen.

Doch soweit sind weder die Hersteller, noch die ansässigen Geschäfte. Immerhin haben die meisten Online-Shops nicht so viel Angst vor dem männlichen Kunden. Aber auch dort kommt es immer wieder vor, dass zumindest der Schein gewahrt bleiben soll: Feinstrumpfhosen werden (natürlich) in erster Linie für Frauen angeboten. Denn man will ja niemanden vertreiben.

Letzten Endes ist das auf meiner Webseite aber auch nicht viel anders. An erster Stelle steht die Feinstrumpfhose an sich. Dann ist natürlich der feste Bezug für Frauen vorhanden. Denn sie sollen sich hier auch wohlfühlen. Aber, das Thema 'Männer und Strumpfhosen' darf und soll nicht zu kurz kommen, denn es ist enorm wichtig, um vorhandene Schwellen abzubauen und Aufklärung zu leisten.


Zurück zum Thema ...


Klar, es gibt sie: spezielle Feinstrumpfhosen für Männer. Aber meist können diese nicht in Preis und Leistung mithalten. Schon allein deshalb, weil ggf. eine eigene Produktionslinie geschaffen wurde und diese Extrakosten wieder hereingeholt werden sollen.

Diese Extralinien sind im Normalfall aber nicht notwendig. Vorhandene Strumpfhosen sind so dehnbar, dass auch die männliche Anatomie keinerlei Probleme darstellen dürfte. Lediglich die Verpackungen könnten einigermaßen geschlechtsneutral gestaltet werden. Wobei, hübsche Frauenbeine verkaufen sich nun einmal besser.

Genau genommen sind also nahezu alle Strumpfhosen Unisex tauglich.


Unisex-Strumpfhosen


In manchen Prospekten einzelner Supermärkte werden mittlerweile auch schon einmal nur noch 'Feinstrumpfhosen' angeboten, ohne das Wort 'Damen' davor zu benutzen. Ob dies allerdings bewusst geschieht, weiß ich nicht. Dies ist aber immerhin schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht werden die verschiedenen Hersteller ja auch eines Tages wach und bieten Unisex-Feinstrumpfhosen an. Ein kleiner Schritt in diese Richtung wäre z. B. wenn zwar eine Dame abgebildet ist, aber nur noch die Aufschrift 'Feinstrumpfhose' auf der Verpackung stehen würde, evtl. noch mit einem kleinen Hinweis 'Diese Feinstrumpfhose ist auch für Herren geeignet' oder so ähnlich.

Einen Schritt weiter gegangen ist vor vielen Jahren Levee mit der WoMan-Serie. Hier wurde auf einer Seite eine Frau, und auf der anderen Seite ein Mann abgebildet. Man hatte also auch optisch eine Unisex-Feinstrumpfhose geschaffen. Dumm nur, dass man diese Feinstrumpfhose in fast keinem Geschäft sehen und kaufen konnte. Somit war der Flop vorprogrammiert.

Weitergehende Versuche in dieser Richtung sind mir aber leider nicht bekannt. Unisex-Modelle sind zwar vorhanden, werden aber nur selten auch als solche angeboten. Bei Wolford werden die oben abgebildeten Strumpfhosen immerhin schon als Unisex angeboten. Ein großer Fortschritt.


Herrenstrumpfhosen


Mich wundert es sehr, dass noch kein großer deutscher Hersteller wie z.B. 'Kunert', 'nur die' oder 'Wilox' den Markt der männlichen Strumpfhosen-Fans mit einem eigenen Modell erschlossen hat. Das geht sogar soweit, dass mir vor ein paar Jahren in einer Mail von 'Falke' sinngemäß bestätigt wurde, dass an männlicher Kundschaft im Feinbereich keinerlei Interesse besteht.

In den letzten Jahren sind die Umsätze auf dem Strumpfhosenmarkt allgemein zurückgegangen. Aufgrund dessen wurde ja versucht, mit verschiedenen Musterungen diesen Trend umzukehren. Ob das gelungen ist, kann ich allerdings nicht sagen. Umso unverständlicher, dass hier ein gewisses Marktpotential nicht abgeschöpft und stattdessen den polnischen Herstellern überlassen wird.

Diese weiterhin vorhandene Ignoranz lässt daher die Vermutung zu, dass viele Mitarbeiter der Marketing-Abteilungen scheinbar zu gut bezahlt werden und unfähig sind, neue Ideen und die nötige Weitsicht zu entwickeln. Oder was sonst ist der wahre Grund dafür, dass eine Käuferschicht bewusst nicht bedient wird?


Fazit


Mir ist klar, dass viele Hersteller mit dem männlichen Kunden von Feinstrümpfen ihre Probleme haben. Zu sehr wird ein Imagewechsel gefürchtet, der evtl. mit einem keinen Beigeschmack verbunden sein könnte. Viele alte, verquere Kundinnen könnten das übelnehmen. Davor hat man wohl Angst.

Genauso wissen dieselben Hersteller aber auch, dass viele ihrer Feinstrumpfhosen von Männern gekauft und getragen werden. Das Geld wird natürlich gerne genommen.

Und deshalb, wenn schon keine 'richtige' Herrenstrumpfhose angeboten wird, dann wenigstens eine Unisex-Strumpfhose. D.h. genau genommen dieselbe Strumpfhose wie bisher auch, nur in einer neuen bzw. leicht angepassten Verpackung. Unisex sind heute fast alle Strumpfhosen, sie heißen nur nicht so.

Allerdings muss der Handel auch mitspielen, der muss die Produkte auch anbieten. Auf Dauer gesehen braucht sich jedenfalls kein Einzelhändler zu wundern, wenn seine Kunden irgendwann lieber im Internet einkaufen, weil er dort die Produkte findet, die er sucht.



 


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Seite bearbeitet am 11.05.2018.

Feinstrumpfhosen - Feinstrümpfe - Damenkleidung
 
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